Crowdfunding Fazit

Mann steht mit Signalfackel am Strand

Lesezeit: 3 Minuten

Am 31.12.2016 lief unsere Crowdfunding Kampagne aus. Das bittere Ergebnis: 943€. Von unserem Ziel von 5.000€ also noch weit entfernt, ja gerade mal 1/5 der angepeilten Summe hatten wir erreicht.

Im ersten Moment ein ziemlich großer Schlag für mich. Bislang lief alles ziemlich reibungslos mit dem Aufbau der Lernplattform für Einzelhändler. Aber hey, zumindest habe ich es versucht.

“Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.” 
– Henry Ford

Warum schreibe ich diesen Beitrag?

Im Januar war ich ziemlich am Boden. Ich hatte super viel Zeit und Schweiß in die Kampagne gesteckt. Scheitern tut da besonders weh.

Mit diesem Artikel, möchte ich mit dem Thema abschließen und nach vorne schauen. Die Hauptgründe sind:

  • Gedanklich einen abhaken
  • Meine Erfahrung weitergeben
  • Aufklären, was beim Crowdfunding zu beachten ist

Wie funktioniert Crowdfunding?

Das Crowdfunding Konzept basiert im Wesentlichen auf Basis von Begeisterung. Neue Ideen, die durch ein Video zusammengefasst werden, sollen neugierig machen. Es hilft hierbei einen Prototyp oder eine klare Darstellung von dem Ergebnis zu vermitteln, für das man Sponsoren finden möchte.

Wenn dann auch noch die Gruppendynamik stimmt und die Mund-zu-Mund Propaganda greift, dann können durch Crowdfunding mehrere Millionen eingesammelt werden. Soweit die Theorie.

Die Praxis ist um einiges komplexer und bedarf sorgfältiger Planung. Je nach eigenem Netzwerk und Erfahrung können über 55 Stunden alleine in die Vorbereitung fließen. Dabei ist noch nicht die eigentliche Laufzeit der Kampagne eingeplant.

Grafik mit Zeiterfassung
Zeiterfassung für die Crowdfunding-Kampange

Der Kurs von Crowdcamp hätte mir dabei wohl weitergeholfen, die Kampagne sorgfältig vorzubereiten. Hier werden die wichtigsten Faktoren erklärt. Die wichtigsten Faktoren habe ich nicht beachtet. Welche das sind, habe ich in 7 Punkten zusammengefasst.

7 Gründe warum unsere Kampagne gescheitert ist

1. Zu lange Laufzeit

Die Dauer ist entscheidend für den Erfolg. Damit sich eine Gruppendynamik entwickeln kann, sollte die Kampagne nicht länger als 30 Tage laufen. Wir haben das natürlich gekonnt ignoriert und 50 Tage eingestellt.

2. Noch kein vorzeigbares Produkt

Es ist wichtig eine Vorstellung von dem zu haben was man unterstützt oder unterstützen soll. Unser Zeitpunkt der Anja war noch zu früh um ein fertiges Produkt, in unserem Fall die Lernplattform, zu zeigen. In dem Video konnte man mehr oder weniger nur mich von der Idee sprechen hören und sehen. Das ist für eine erfolgreiche Unterstützung wohl zu wenig gewesen.

3. Falsche Zielgruppe

Unsere Hauptzielgruppe waren Ladenbesitzer und engagierte Mitarbeiter im Einzelhandel. Diese tummeln sich nicht gerade auf Crowdfunding Plattformen, wie etwa Startnext oder Kickstarter.

Die meisten Besucher sind Endkunden (B2C), die an greifbaren Produkten oder Ideen interessiert sind. Schaut man sich die erfolgreichsten Kampagnen an, sind das:

Im Falle von unserer Lernplattform, richten wir uns mehr an Geschäftskunden (B2B).

4. Zu kleines Netzwerk

Nach einem Expertengespräch mit Crowdfunding Experte Ernst Neumeister, ist das A und O dein Netzwerk.

“Am Ende musst du die Leute zur Kampagne bringen.”
– Ernst Neumeister

Hier habe ich mein Netzwerk nicht richtig multiplizieren können. Ich habe auf jeden Fall meine Reichweite aus Facebook Freunden, Email Adressen und relativ großem Freundeskreis einfach überschätzt.

Je nach bestehendem Netzwerk und Produkt, können bis zu 6 Monate Vorbereitungszeit erforderlich sein. Ich hatte hier viel zu wenig Zeit in relevante Netzwerke gesteckt.

5. Zu teure Dankeschöns

Für jede Unterstützung, konnte man sich ein Dankeschön aussuchen. In der Regel ist das ein, günstigeres Produkt oder Dienstleistung. Sind diese Dankeschöns zu teuer oder haben keinen relevanten Bezug zur eigentlichen Idee, so ist die Hürde noch größer, das Projekt zu unterstützen. In unserem Fall hatten wir:

  1. Sticker mit prandible Logo
  2. Kaffeetasse – die kann trotzdem gekauft werden
  3. Tshirts mit prandible Logo

Sticker von prandible  Kaffeetasse von prandible T-Shirt von prandible

Wie du siehst, hatten alle “günstigeren” Dankeschöns keinen Bezug zu einer Lernplattform. Ein kostenloser Jahreszugang ist zwar relevant, allerdings konnte sich keiner etwas darunter vorstellen (siehe Grund #2).

6. Falsche Zielsetzung

Wir hatten das Ziel uns Equipment, also eine Kamera, ein Laptop und eine solide Grundausstattung für unseren Video Keller zu leisten. So wäre es auch gekommen, allerdings war alleine das Crowdfunding Video schon so professionell, so dass berechtigterweise die Notwendigkeit angezweifelt werden konnte. Die Wahrheit ist allerdings, dass das komplette Video kostenlos erstellt wurde und nur durch den Erfolg der Kampagne den Kameramann bezahlt hätte. Somit ist der arme Jan Lütkemeyer bislang leer ausgegangen.

Sorry Jan ?

7. Nicht genügend Zeit und Aufmerksamkeit

Um ehrlich zu sein, ist der letzte Punkt, wohl der ausschlaggebendste Grund für die gescheiterte Kampagne. Über zwei Monate verteilt, waren es fast 55 Stunden, die für Video-Produktion, Netzwerken und Promotion drauf gegangen sind.

Trotz des ganzen Schweiß und der Zeit, war es am Ende zu wenig. Der Fokus lag nicht zu 100% auf der Kampagne. Diese Lektion war auf jeden Fall schmerzhaft und es ist schade für den ausgebliebenen Erfolg

Mögliche Lösung: Journaling
Im Nachhinein weiß ich, dass ich meine Gedanken und Ideen besser hätte ordnen sollen. Journaling hätte mit Sicherheit geholfen. Falls dir der Begriff nichts sagt – beim Journaling nimmt man sich bewusst Zeit für sich, reflektiert seine aktuellen Gedanken und notiert diese. Das funktioniert ähnlich wie ein Tagebuch, jedoch noch fokussierter auf das innere Erleben. Möchtest du mehr über das Thema Journaling erfahren und warum auch du damit starten solltest, dann schaue bei dem Beitrag “5 Journaling Ideen” von Primal State vorbei

Ein Fazit zur Crowdfunding Kampagne

Dass ich in dieser frühen Phase das Video gemacht habe, bereue ich nicht. Im Gegenteil, durch diese Erfahrung habe ich enorm viel gelernt. Indem ich diese Erfahrung weitergebe, folge ich unserem Motto „ehrliches Online Training“.

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